Worte

SPIEL

Es ist am Ende nur ein Spiel
Das ganze bleiern schwere Leben
In dem geträumtes Glück
In nebelschwarzer Nacht versinkt
Wenn Würfel anders fielen
Als wir dachten
Als wir hofften
Und dann müssen wir hinaus
Mit leeren Taschen
In die Dunkelheit
Müssen hinaus
Und haben verloren
Mehr verloren
Als wir tragen können
Müssen weiter
Und wissen nicht wohin
Und am Ende
Stranden wir
In uns

AUSKLANG

Arisjel verlässt diese Welt
Sein Leib wird Musik
Seine Seele Worte
Die manchmal auf die Erde wehen

Gestern floss sein sanfter Glanz
Ein letztes Mal
Durch deines Herzens Tiefen
Abschied nehmend

Lieb gewonnene Fesseln lösend
Freiheit schenkend
Und mit sich trägt er hoch empor

All die Momente der Geborgenheit
All die liebevollen Bilder, die Musik
Unsagbare Schätze
Die auch in deinem Innern leuchten werden
Alle Zeit

BLENDWERK

Siehst du mich wirklich?
Oder siehst du nur wie all die anderen
Den müden Mann
Der stumm an dir vorüber geht
Durch menschenleere Straßen
In laternenheller Nacht, an trüben Tagen?

Bin ich der Narr
Der vom Himmel träumt und die Hölle lebt
Der von Feuer spricht und Asche ist
Mit erloschenen Augen
Mit stummer Seele
Im Alltag ertrunken?

All das ist nur ein Schleier des Seins
Blendwerk der Feinde
Sehnsucht brennt in meiner Seele
Traurigkeit ist mein zu Hause

Jenseits aller Menschenaugen
Bin ich der blühende Garten, der ich immer war
Vertrautheit lähmt den Blick
Und wenn auch das Gift der Welt
Mein Menschsein fesselt
So wird dennoch meine Seele
Stets lebendig atmend wachen

AUS FERNEN HIMMELN

Ich steige aus ferner Himmel klingendem Schweigen
Hinab in mich selbst hinein
Träumend in den schlafenden Leib
Ein Bild funkelt noch
Eine Feder streift die Seele
Ein Segenswort verhallt so sanft
Und ich erwache in mir
Erwache der Welt
Erwache, gestärkt, in einen neuen Tag

MEIN ENGEL DER AUS AUGEN FLIEßT

Ein jäher Blick
Aus klaren Himmelsaugen
Durchsonnt des Alltags graue Schleier
Und rührt mein Selbst
Im tiefsten Grunde an
Er war nie fern

Mein Engel, der aus Augen fließt
Wie tanzende Sterne
Wie sengendes Klingen
Flüsterndes Licht in der Nacht

Seine sanfte Berührung
Durchdringt meine Haut
Zerfließt in den Adern
Und erhebt sich, tröstend
In meiner zitternden Seele

WO IST GOTT?

Wo ist Gott?
…wo ist Gott?
Wo ist Gott…?

Gestorben und begraben
In euren Herzen
Und der dritte Tag ist noch fern

Die Nacht ist noch nicht vorüber
Ihr seid noch nicht sicher
Und der dritte Tag ist noch fern!

AZUR

Und Engel steigen auf und nieder
In meiner tönenden Seele
Als Melodien
Die jeden sinnentleerten Schein
In tragisch reines Sein verwandeln
Aus endlos klaren Augen
Tongewitter entfachend
Symphoniengleich
In einem einzigen Blick
Der die Seele anrührt
Tröstend…

ALLES WIRD LICHT

Manche Melodie verklingt
Scheinbar ungehört
Im endlosen Tosen der Welt
Manche Welt erwacht
Ungesehen
Aus Musik geboren
In sehnsuchtsschweren Seelen
Aus Bildern gewoben
Die wahrhaftiger sind
Als Menschenwahrheit

Wir fühlen so viel
Jenseits der Worte
Wir wissen so viel
Ohne zu verstehen
Wir ahnen Gott
Und fürchten uns davor
Wir kennen den Weg
Und zögern doch
Aber warum?
Es ist doch nur
Ein Schritt
Und alles, alles
Wird Licht

SAPIENTIA

Weisheit brennt als sanftes Feuer
Tönesprühend, wesenhaft
Melodien tief entfachend
In der dumpfen Seelennacht
Klarheit tost aus reinen Augen
Wie ein Hauch Unendlichkeit
Symphonien still erwachen
Singend von der Ewigkeit
Kinderseele tanzt im Reigen
Mit den Engeln, hell und klar
Gottes Stimme leise flüstert:
Ich bin alle Zeiten da!“

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